Der Solarpark Lieberose
Das neue Solarstromkraftwerk, dessen Standort in der Gemeinde Turnow-Preilack in
Brandenburg liegt, produziert pro Jahr rund 53 Millionen
Kilowattstunden (kWh) sauberen Strom, was in etwa dem Bedarf von
rund 15.000 Haushalten – also einer kleinen Stadt – entspricht. Die
Grundfläche hat eine Ausdehnung von mehr als 210 Fußballfeldern. Das
Solarkraftwerk wird zudem jährlich rund 35.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) einsparen. Bis Ende 2009 soll die
Anlage komplett fertig gestellt sein. Die juwi Solar GmbH übernimmt
als General-unternehmer Planung, Logistik, Bauleitung, Errichtung
und Betrieb der Anlage. Juwi bringt auch die gesamten Projektrechte
ein. First Solar liefert die PV-Module – insgesamt rund 700.000
modernste Dünnschichtmodule, die überwiegend im Werk Frankfurt/Oder
hergestellt werden.
Umwelt- und Klimaschutz
In punkto Umweltschutz ist Lieberose beispielhaft. Der Solarpark
wird nicht nur saubere Energie produzieren, sondern sorgt auch
dafür, dass gefährliche Munition von dem Gelände entfernt wird.
Lieberose ist damit ein Paradebeispiel für die gelungene Verbindung
von Klimaschutz, Hightech und aktivem Naturschutz. Das Land
Brandenburg verpachtet das Gelände von ca. 300 Hektar an den
Anlagen-betreiber, dafür können die Flächen mehr als 20 Jahre zur
Erzeugung von sauberem Solarstrom genutzt werden. Durch eine
Einmalzahlung und die Pacht an das Land wird die Kampfmittelräumung
finanziert. Nach Ablauf der solaren Nutzung wird die PV-Anlage
wieder ab- gebaut. Somit steht eine Heidefläche für die
Naturschutz-Ziele des Gebietes zur Verfügung – frei von Kampfmitteln
– und kann durch Pflege dauerhaft erhalten werden. Die Photovoltaik
Module werden von First Solar kostenfrei zurückgenommen und in
einer bereits bestehenden Recycling-Anlage verwertet.
Erfolgreiche Nachnutzung für Konversionsflächen
Das Land Brandenburg unterstützt das Projekt. Matthias Platzeck,
Ministerpräsident von Brandenburg, betont, dass Lieberose ein
ökologisches Vorzeige-objekt für die Konversion von ehemaligen
Militärflächen ist. „Solche Projekte helfen uns, die Wunden des
Kalten Krieges zu heilen und gleichzeitig nach-haltig unsere
ehrgeizigen Ziele im Bereich erneuerbare Energien zu erreichen“,
erklärte Platzeck bei der ersten öffentlichen Vorstellung des
Projektes im April 2009. Der Solarpark sei ein gutes Beispiel dafür,
wie mit einer energie-wirtschaftlichen Ansiedlung eine zivile
Nachnutzung ehemaliger Militär-flächen ohne zusätzliche finanzielle
Belastung des Landes als Eigentümer dieser Flächen gelingen könne.
Finanzierung
Zur Realisierung des Projektes haben juwi und First Solar ein
umfassendes Finanzierungskonzept entwickelt und umgesetzt: Das
Fremdkapital, das rund 80 Prozent des Investitionsvolumens beträgt,
kommt von einem Bankenkonsortium bestehend aus KfW IPEX Bank, Bremer
Landesbank, DZ Bank, Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und
NordLB, die sich ihrerseits wieder über zwei Förderbanken
refinanzieren. Das Eigen-kapital wird zunächst von juwi und First
Solar über Mezzanine-Darlehen finanziert. Ingesamt hat der PV-Park,
der nach Fertigstellung an einen Investor verkauft werden soll, ein
Investitionsvolumen von über 160 Millionen Euro.
Solarparks und Erneuerbare Energien
Juwi hat mit Dünnschichtmodulen von First Solar bereits zahlreiche
Solarprojekte realisiert, darunter auch die beiden bis dato größten
Solarparks in Deutschland: Waldpolenz bei Leipzig in Sachsen (40 MW)
und Köthen in Sachsen-Anhalt (15 MW). Solche Großprojekte sind auch
für die Zukunft der gesamten erneuerbaren Energien von enormer
Bedeutung. Durch die schiere Größe und die Massenproduktion
effizienter Solarmodule wirken sie wie Preisbrecher und tragen
entscheidend dazu bei, dass Strom aus Solaranlagen schnell
konkurrenzfähig wird. Das erhöht die Durchsetzungskraft und die
Akzeptanz der Solarenergie.





